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Herzlich willkommen im Kirchenbezirk Waiblingen!

Dekan Timmo Hertneck

Dekan Timmo Hertneck

Dekan Timmo Hertneck

 
 
 
 


Wort des Dekans zu den AfD Parteitagen in Waiblingen und Stuttgart

Am kommenden Samstag, dem 23. April 2016, wird die Partei „Alternative für Deutschland“ (AfD), ihren Landesparteitag in Waiblingen abhalten. Eine Woche später soll der Bundesparteitag der AfD in Stuttgart stattfinden. Noch hat die Partei kein Parteiprogramm, aber sie will sich in zwei Wochen in Stuttgart ein solches geben.

Viele Positionen der AFD sind sehr befremdlich, manche sind gefährlich:
Etwa die Forderung der AfD in Sachsen Anhalt bei der Landtagswahl 2016 [1], deutsche Bühnen sollten „stets auch klassische deutsche Stücke spielen und sie so inszenieren, dass sie zur Identifikation mit unserem Land anregen."[2] Zum Thema Inklusion schreibt die Partei: „Wir treten … für den Erhalt der bewährten Förderschulen ein und lehnen das ideologisch motivierte Großexperiment „Inklusion“ ab.“[3]

Die AfD denkt nicht europäisch und weltweit, sondern eng auf Deutschland bezogen. Sie will den Nationalismus in Deutschland stärken, etwa wenn die AfD Oldenburg unter der Überschrift: Mut zu Volk, Nation und Patriotismus schreibt: „Nicht die einzelnen schaffen das Volk, sondern insofern sie ihre Vereinzelung aufheben.“ Das Individuum soll seine Vereinzelung aufgeben und im Volkskörper aufgehen. So sieht die Begründung eines neuen völkischen Denkens aus, in dem das Volksganze zum Maß der Dinge wird und das Individuum in seiner Würde und Einzigartigkeit abgewertet wird. 

Gerne missbraucht die AFD die christlichen Wurzeln Europas für ihre Zwecke: Welche Religionspolitik die AFD nun in den Blick nimmt, erklärte ihr stellvertretender Parteivorsitzender Alexander Gauland in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung vom 17. April 2016. Er sieht Deutschland als „christlich-laizistisches Land“. Mit dem Ziel in Deutschland den Laizismus einzuführen, stellt sich die AfD gegen das Grundgesetz, denn in Deutschland ist ein kooperierendes Verhältnis von Religionsgemeinschaften und Staat gesichert. Laizismus will Religionsunterricht an Schulen abschaffen. Laizismus will die Seelsorge aus den Krankenhäusern, der Bundeswehr, den Sozialdiensten, den Gefängnissen, bei Landesgartenschauen und auch in den Kindergärten abschaffen.

Die AfD ist damit eine Partei, die an die Freiheitsfeindlichkeit und Kirchenfeindlichkeit des Nationalsozialismus erinnert. Es ist daher verständlich, dass sich in Waiblingen Widerstand zeigt.

Leider waren in den letzten Monaten manche Formen des Protestes gegen die AfD so beschaffen, dass wir als Kirche diesen Protest nicht mitgehen wollten oder, wo er zu Gewalt wurde, auch nicht mitgehen konnten.

Mein pastoraler Rat für die in den kommenden Tagen aufbrandende Diskussion ist folgender: Bewahren Sie kühlen Kopf, stehen Sie zu Ihrem Glauben, zeigen Sie, wofür unsere Kirche steht und halten Sie sich von allen fern, die den Protest gegen die AfD missbrauchen, um sich selbst austoben zu können.
Timmo Hertneck
19. April 2016
 
[1] Der Zusatz in der ursprünglichen Fassung dieser Stellungnahme, dass es kein Wahlprogramm der AfD in Baden-Württemberg gegeben habe, wurde aufgrund von Hinweisen der AfD am 25.4.2016 gestrichen. Es hat tatsächlich ein Wahlprogramm gegeben, das sich aber zu den hier angesprochenen Punkten nicht äußert, weshalb ich Mitteilungen aus anderen Landesverbänden der AfD bzw. von Parteisprechern dieser Partei  als Grundlage meiner Überlegungen heranzog.
[2] www.sachsen-anhalt-waehlt.de/fileadmin/LTW2016/Wahlprogramme/wahlprogramm_afd.pdf
[3] Ebd.


Wir begrüßen unsere neuen Vikarinnen und unseren neuen Vikar

von links nach rechts:
hintere Reihe: Dekan Timmo Hertneck, Schuldekan Martin Hinderer
vordere Reihe: Susanne Kreuser, Judit Feser, Regina Melchionda, Micha Repky
von links nach rechts:
hintere Reihe: Dekan Timmo Hertneck, Schuldekan Martin Hinderer
vordere Reihe: Susanne Kreuser, Judit Feser, Regina Melchionda, Micha Repky

Wir freuen uns sehr, dass wir seit 1. April 2016 wieder Verstärkung bekommen haben und begrüßen sehr herzlich

Vikarin Susanne Kreuser (Michaelskirche Waiblingen)
Vikarin Judit Feser (Kirchengemeinde Korb)
Vikarin Regina Melchionda (Kirchengemeinde Großheppach)
und Vikar Micha Repky (Kirchengemeinde Fellbach).

Für die 2 1/2 jährige Ausbildungszeit hier im Kirchenbezirk Waiblingen wünschen wir ihnen gute und erfahrungsreiche Begegnungen, viel Kraft und Mut für das Neue und Gottes reichen Segen!


Konfirmation 2016


Noch zu DDR-Zeiten besuchten wir in der Vikariatszeit einige Kirchen in kleinen thüringischen Dörfern. Es waren allesamt trotz des zum Teil beträchtlichen Renovierungsbedarfs Schmuckstücke. Bei genauerem Hinsehen entdeckten wir an einigen Bänken viele ins Holz eingeschnitzte Namen und zum Teil auch die dazugehörigen Jahreszahlen. Es waren ausnahmslos Zahlen um das Jahr 1900. Hier sitzen schon immer die Konfirmandinnen und Konfirmanden, erklärte uns der Pfarrer. Und wir schauten uns lachend an, denn alle schienen dasselbe zu denken: Sie brauchten wohl eine Beschäftigung während des Gottesdienstes.

Auch wenn Konfirmanden manchmal nachgesagt wird, dass sie sich im Gottesdienst nicht ganz konform verhalten, hatte ich ehrlich gesagt noch nie das Problem, dass Konfis mit einem Messer in die Kirche kamen und ich sie vom Schnitzen abhalten musste. So schlecht ist unsere Jugend also gar nicht und schon gar nicht so anders als vor 100 Jahren.

Im Gegenteil, es ist ein großer Schatz unserer Gemeinden, dass junge Menschen sich nach wie vor – aus welchen persönlichen Gründen auch immer - auf den Weg zur Konfirmation machen. Und es ist ein großes Privileg, sie begleiten zu dürfen in dieser Zeit, in der so viele Lebensfragen aufbrechen und der Glaube nicht theoretisch bleiben kann, sondern eben diesen Fragen standhalten muss. 

Darum erschöpft sich Konfirmandenunterricht nicht im Fürwahrhalten christlicher Glaubenssätze, sondern ist ein Entdecken, was sich verändert, wenn mein Leben und auch unsere Welt im Licht Gottes stehen.

Und nun werden diese in die Kirchenbänke eingeritzten Namen sogar zu einem schönen Sinnbild. Das Holz bewahrt die Namen - bestimmt schauen die Enkel und Urenkel immer wieder, wo der Opa und die Oma geschnitzt haben. Und wenn schon das Holz unsere Namen so lange bewahren kann, wie viel mehr ist es, wenn Jesus sagt: „Freut euch aber, dass eure Namen im Himmel geschrieben sind.“ (Lukas 10, 20b)

Mein Name – und gemeint ist mein Leben - hat seinen Ursprung im Himmel, ist dort unvergessen und unauslöschlich. Und ich darf lernen, mich als ein Himmelskind zu sehen, geliebt trotz aller Fehler, mit Lebenskraft und Hoffnung ausgestattet für alle schweren Zeiten, die mir im Leben begegnen und mit einer großen Freude beschenkt, dass ich mir meinen Wert nicht selber schaffen muss, sondern immer wieder von neuem von meinem Schöpfer zusprechen lassen darf.

So ist der Konfirmandenunterricht eine Zeit, in der ich lernen darf, mich als Himmelskind zu sehen. In der Konfirmation sagen die Konfirmandinnen und Konfirmanden ihr Ja zu dem Ja, das Gott schon immer zu ihnen gesprochen hat. In diese Sinne wünschen wir allen Himmelskindern einen fröhlichen und gesegneten Konfirmationstag!

Pfarrerin Irmgard Kaschler, Referentin des Dekans im Kirchenbezirk Waiblingen


Brennende Asylheime sind ein Anschlag auf unser humanitäres Denken

Presseerklärung der Evangelischen Kirchenbezirke Waiblingen, Schorndorf und Backnang vom 27. August 2015

Brennende Häuser prägen sich wie Symbole ein. Die Ursache des Brandes in Weissach im Tal ist ungeklärt. Doch in unserem Land wurden in den letzten Wochen Asylantenwohnheime angezündet.

Im Namen der Evangelischen Kirchenbezirke des Rems-Murr-Kreises erklären wir unsere Bestürzung über diese brennenden Häuser. Wir verurteilen jegliche Fremdenfeindlichkeit.

Als Christen sind wir verpflichtet allen Menschen, die auf der Flucht sind, weil ihr Leben bedroht ist, zu helfen. Nicht Fremdenfeindlichkeit sondern Nächstenliebe ist das Gebot unserer Zeit.

Fremdenfeindlichkeit und Ausländerhass sind unserer Kultur und unserem vom christlichen Glauben geprägten Denken unwürdig und fremd. Sie sollen bei uns keinen Platz haben.

Wir bitten unsere Gemeinden weiter an einer Kultur des Einladens und Zusammenlebens weiter zu arbeiten und im Fremden den Bruder und die Schwester zu sehen. Wir bitten unsere Gemeinden im Gebet um den Frieden in der Welt weiter anzuhalten.


Pfarrer Bernd Friedrich, stellv. Dekan für den Kirchenbezirk Waiblingen
Dekan Volker Teich für den Kirchenbezirk Schorndorf
Pfarrer Albrecht Duncker, stellv. Dekan für den Kirchenbezirk Backnang



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500 Jahre Frauenkirche Esslingen

Pünktlich zum 500-jährigen Jubiläum der Fertigstellung der Frauenkirche zeigen sich Turmhelm und Glockenturm erstmals ohne Gerüst. Die Außensteinsanierung ist erfolgreich abgeschlossen. Und die Glocken können wieder erklingen. Feierlich eingeläutet wird das Jubeljahr mit einem Festgottesdienst am 5. Juni.

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„Aus Glauben leben – Grenzen überwinden“

Der Kirchenbezirk Tübingen ist in diesem Jahr Gastgeber des jährlich stattfindenden Gustav-Adolf-Festes. Zu ihm werden am 4. und 5. Juni zahlreiche Gäste auch von ausländischen Partnerkirchen in Rottenburg erwartet. Stephan Braun hat mit der „Gastgeberin“, Dekanin Elisabeth Hege, gesprochen.

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„Singen macht die Welt menschlicher“

Singen habe eine tiefe Bedeutung, sagte der württembergische Landesbischof Frank Otfried July heute im Festgottesdienst anlässlich des Deutschen Chorfestes in der Stuttgarter Stiftskirche. Er verwies auf den Reformator Martin Luther, der beim Singen „Zorn, Zank, Hass oder Neid“ weichen sah.

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