Prädikantinnen und Prädikanten
Pfarrerin Ingrid Wöhrle-Ziegler
Prädikantenpfarrerin
Im Pfarrgarten 11
71336 Waiblingen-Hohenacker
Telefon: 07151/81405
Fax: 07151/29877
E-mail:
pfarramt.hohenacker@elk-wue.de
Timo Stahl
Bezirksprädikantensprecher
Hinter der Schule 3
71334 Waiblingen - Beinstein
Telefon: 07151/360943
E-mail:
stahl.timo@web.de
Lektoren werden Prädikanten
Namensänderung und Neufassung der Ordnung durch den OberkirchenratAm 1. November 2008 tritt die Neufassung der Prädikantenordnung durch den Oberkirchenrat in Kraft. Verbunden ist damit eine Namensänderung vom Lektoren- zum Prädikantendienst und eine genauere Beschreibung seiner Aufgaben.
Mit dem neuen Namen folgt die Württembergische Landeskirche einem Bestreben in der EKD, dieselben Dienste einheitlich zu benennen. Prädikant verdeutlicht besser als Lektor, dass es um mehr geht als nur um das Vorlesen im Gottesdienst. Praedicare bedeutet im Lateinischen "öffentlich ausrufen, bekanntmachen" und "das Evangelium verkündigen, predigen"; ein praedicator ist also ein "Verkündiger des Evangeliums, ein Prediger". Wir brauchen also niemand mehr zu erklären, dass wir nicht als Lektor in einem Verlag arbeiten, sondern mit der Gemeinde Gottesdienst feiern. Der Begriff "Lektoren" wird frei für Gemeindeglieder, die im Gottesdienst die Schriftlesung übernehmen. Es wird sicher einige Zeit dauern, bis wir die neuen Bezeichnungen wie selbstverständlich gebrauchen.
Die Neufassung der Grundsätze stützt sich auf das von Melanchthon formulierte Augsburger Bekenntnis (im Evangelischen Gesangbuch Nr. 835, ab Seite 1494), vor allem auf die Artikel 5 (Vom Predigtamt) und 14 (Vom kirchlichen Amt): "Um diesen Glauben zu erlangen, hat Gott das Predigtamt eingesetzt, das Evangelium und die Sakramente gegeben, durch die er den Heiligen Geist gibt, der den Glauben, wo und wann er will, in denen, die das Evangelium hören, wirkt." Und weiter: "Vom kirchlichen Amt wird gelehrt, dass niemand in der Kirche öffentlich lehren oder predigen, oder die Sakramente reichen soll ohne ordnungsgemäße Berufung."
Die Regelform einer umfassenden Berufung ist die Ordination der Theologen. Diese ist in unseren Kirchen unverzichtbar. Die Berufung zur speziellen Aufgabe, räumlich (im Kirchenbezirk) und zeitlich (auf 6 Jahre, verlängerbar) begrenzt, Gemeindegottesdienste zu leiten, findet eine angemessene Form im Prädikantendienst.
Prädikantinnen und Prädikanten sind keine Minipfarrer, sondern im Auftrag der öffentlichen Wortverkündigung unter dieselbe Bedeutung und Verheißung gestellt: Diener des göttlichen Wortes zu sein, allein dem Evangelium verpflichtet, alle Mühe und Sorgfalt aufzuwenden, welche diese kostbare Gottesgabe verdient und die Mitchristen zum Glauben einzuladen.
Unabhängig von der unterschiedlichen theologischen Ausbildung und Zurüstung dürfen Standesfragen und Rollenverständnisse das Verhältnis zwischen denen, die als Ordinierte oder als Beauftragte für den Gottesdienst zusammenwirken sollen, nicht belasten. Die Berufung begründet keine Hierarchien, sondern ist allein dem Evangelium verpflichtet. Pfarrerinnen und Pfarrer, Prädikantinnen und Prädikanten stehen im Gottesdienst nicht im eigenen Namen da, sondern im Namen des dreieinigen Gottes. Wir können und dürfen Gottes Wort predigen in der Gewissheit, dass wirkt, was es zusagt.
Dieter Eberhardt, Prädikant und früherer Bezirksprädikantensprecher




