Bezirksposaunenarbeit

Bezirksposaunenwart Matthias Siegle, wie man ihn kennt...

Bezirksposaunenwart Matthias Siegle, wie man ihn kennt...


Bezirksposaunenwart Matthias Siegle
 
Schellingstr. 13
70736 Fellbach-Schmiden
 
Telefon: 0711 / 6458589
E-mail:  telematt@dont-want-spam.gmx.de
 
Alle Posaunenchöre des Bezirks sowie ihre Ansprechpartnerinnen bzw. Ansprechpartner finden Sie hier.
 


Bezirksposaunentag am 29. Mai 2011 in Korb

 
Herzliche Einladung zum Bezirksposaunentag am
 
Sonntag, dem 29. Mai 2011 in Korb
 
10.00 Uhr 
Festlicher Gottesdienst in der Evang. Kirche
Es musizieren die Posaunenchöre aus dem Kirchenbezirk Waiblingen
 
13.30 Uhr 
Kleines Konzert in der Evang. Kirche
Es musiziert BLECH+ - Die Bläserinitiative rund um Waiblingen
 
15.00 Uhr
Abschlussblasen auf dem Seeplatz
mit allen Teilnehmern des Bezirksposaunentages
 
 
Ein Plakat über den Bezirksposaunentag finden Sie als hier pdf-Datei (377 kb).
 
 
 
 

Impressionen vom Bezirksposaunentag am 14. Juni 2009

Der Bezirksposaunentag am 14. Juni 2009 stand ganz im Zeichen des Themas "Neustart", denn erst nach über 15 Jahren gab es wieder ein Treffen dieser Art im Kirchenbezirk Waiblingen. Mit 110 angemeldeten Bläserinnen und Bläsern aus den Posaunenchören des Kirchenbezirks Waiblingen auch in jeder Hinsicht ein gelungener "Neustart".
 
Beim Festgottesdienst um 10 Uhr war es die Idee des Bezirksposaunenwarts Matthias Siegle aus Schmiden, die Musikerinnen und Musiker im Hauptschiff der Michaelskirche zu platzieren, was doch bei manchen Gottesdienstbesucher  für Irritationen sorgte. Denn höchstens an großen Feiertagen findet man nur noch Platz in den Seitenschiffen.
 
Im Anschluss an den Gottesdienst war dann Zeit, in aller Ruhe eine Tasse Kaffee oder Tee und ein Stück Hefezopf zu genießen. Vor der Michaelskirche gab es bei herrlichem Sonnenschein genügend Platz an Tischen und Bänken zu Verweilen.
 
Beim "Kleinen Konzert" um 13.00 Uhr präsentierte der Bezirkschor sein breites Repertoire.
 
Und beim Abschlussblasen schließlich um 14.30 Uhr auf dem Alten-Postplatz-Forum versammelten sich die Bläserinnen und Bläser ein letztes Mal, um diesen Tag ausklingen zu lassen. Und gemeinsam mit dem Kirchenglocken der Michaelskirche endete dieser gelungene Tag mit dem Choral, "Nun danket alle Gott....".
 
 

Der Bezirkschor bei seiner Probe kurz vor dem Konzert

Der Bezirkschor bei seiner Probe kurz vor dem Konzert



Das Abschlussblasen auf dem Alten-Postplatz-Forum
Das Abschlussblasen auf dem Alten-Postplatz-Forum

Das Abschlussblasen auf dem Alten-Postplatz-Forum



Die Hauptakteure des Bezirksposaunentags

Die Hauptakteure des Bezirksposaunentags



Predigt von Dekan Eberhard Gröner zum Bezirksposaunentag am 14. Juni 2009

Liebe Mitglieder der Posaunenchöre im Bezirk, liebe Gemeinde,
 
es gibt Bibelworte, das bleibt einem die Luft weg, da stockt einem der Atem. Für Bläserinnen und Bläser fatal. Es scheint in dem heutigen, Ihnen allen bekannten Bibelwort keine Hoffnung zu geben.
 
Das Bibelwort endet vordergründig ein wenig resignierend. Hören sie Mose und die Propheten nicht, werden sie sich auch nicht überzeugen lassen, wenn jemand von den Toten auferstünde. Vorschnell könnten man in der Folge argumentieren, wer sich von der Bläsermusik mit verkündigendem Inhalt nicht anstecken lässt, dem ist nicht zu helfen. Der soll dann den Musikantenstadel anhören. Aber das habe ich nur laut gedacht.
 
Es geht in unserem heutigen Bibelwort nicht nur um das richtige Leben in der Nachfolge unseres Gottes, es geht auch um die Wirkung oder Wirkungslosigkeit der Verkündigung. Gerade auch der Verkündigung durch die Musik. Posaunenchöre scheinen für viele bei einer zeitgemäßen Verkündigung etwas außer Mode gekommen zu sein. Zu Unrecht. Wenn man Sie alle hier sitzen sieht, dann wäre auch die Behauptung, die Posaunenarbeit sei im städtischen Bereich ein wenig in einer beginnenden Krise, sicher eine Frechheit. Aber ein klein wenig ist doch dran. Denn der Musikgeschmack hat sich zunehmend verändert, gerade auch charismatisches Liedgut wird in weiten Teilen unserer Gemeinden immer mehr geschätzt. Und der Weg fort von der Klassik geht ebenfalls weiter, die Unterscheidungen zwischen E– und U- Musik stimmen nicht mehr. Die Posaunenarbeit hat sich aber mit völlig neuer Literatur in den letzten Jahrzehnten darauf eingestellt. Mancher Posaunenchor jazzt besser als viele glauben. Ich kann dies als Gelegenheitsbläser, der hin und wieder seine Posaune zur Hand nimmt, beurteilen.
 
Dabei ist Nachwuchsarbeit ist nie leicht, nicht nur wegen der Konkurrenz der Vereine. Und auch die morgendlichen Gottesdienstzeiten sind für viele Jugendliche, da sie ja kurz nach Mitternacht stattfinden sollen, auch eine Erschwerung.
 
Zum Glück aber haben wir hier im Bezirk bei allen Veränderungen noch genügend gute Posaunenchöre. Es ist nicht selbstverständlich. Und als Gemeinden sind wir hoffentlich auch dankbar für die breite Arbeit der Verkündigung durch Musik und auch durch die Geselligkeit, durch den Halt, den ein Chor mitvermittelt. Einen inneren Halt, denn es geht weit über die Bläserarbeit hinaus um das Erleben, dass ein Leben in der Nachfolge Jesu auch ansatzweise glücken kann.
 
Mit Herz und Mund, mit dem ganzen Atem, mit allen Fasern, lebt die Verkündigung des Evangeliums in einer undurchsichtig gewordenen Welt.
 
Und mit diesen Vorbemerkungen bin ich ganz nahe am heutigen Evangelium, das auf den ersten Blick wie eine Drohgeschichte erscheint.
 
Es heißt in Lukas 16, 19 – 31:
 
19 Es war aber ein reicher Mann, der kleidete sich in Purpur und kostbares Leinen und lebte alle Tage herrlich und in Freuden.
 
20 Es war aber ein Armer mit Namen Lazarus, der lag vor seiner Tür voll von Geschwüren
 
21 und begehrte, sich zu sättigen mit dem, was von des Reichen Tisch fiel; dazu kamen auch die Hunde und leckten seine Geschwüre.
 
22 Es begab sich aber, dass der Arme starb, und er wurde von den Engeln getragen in Abrahams Schoß. Der Reiche aber starb auch und wurde begraben.
 
23 Als er nun in der Hölle war, hob er seine Augen auf in seiner Qual und sah Abraham von ferne und Lazarus in seinem Schoß.
 
24 Und er rief: Vater Abraham, erbarme dich meiner und sende Lazarus, damit er die Spitze seines Fingers ins Wasser tauche und mir die Zunge kühle; denn ich leide Pein in diesen Flammen.
 
25 Abraham aber sprach: Gedenke, Sohn, dass  du dein Gutes empfangen hast in deinem Leben, Lazarus dagegen hat Böses empfangen; nun wird er hier getröstet, und du wirst gepeinigt.
 
26 Und überdies besteht zwischen uns und euch eine große Kluft, dass niemand, der von hier zu euch hinüber will, dorthin kommen kann und auch niemand von dort zu uns herüber.
 
27 Da sprach er: So bitte ich dich, Vater, dass du ihn sendest in meines Vaters Haus;
 
28 denn ich habe noch fünf Brüder, die soll er warnen, damit sie nicht auch kommen an diesen Ort der Qual.
 
29 Abraham sprach: Sie haben Mose und die Propheten; die sollen sie hören.
 
30 Er aber sprach: Nein, Vater Abraham, sondern wenn einer von den Toten zu ihnen ginge, so würden sie Buße tun.
 
31 Er sprach zu ihm: Hören sie Mose und die Propheten nicht, so werden sie sich auch nicht überzeugen lassen, wenn jemand von den Toten auferstünde.
 
 
Äußerlich ist diese Parabel von den breiten antiken Vorstellungen geprägt, dass auch die Unterwelt, das Totenreich in unüberbrückbare Räume unterteilt ist – und vor allem, dass nach dem Tod Vergeltung geschieht. Diese allgemein übliche Ansicht aber griffe zu kurz, auch wenn Lazarus, der Gerechte, im Schoß Abrahams sitzt, bei dem die Gerechten nach jüdischer Anschauung geborgen sind.
 
Es geht in dieser Geschichte um das ganze Leben, und damit auch um das ganze Evangelium. Es geht um die Möglichkeit der Verkündigung und einem Leben nach der gnädigen Weisung Gottes.
 
Wir haben Mose und die Propheten. Wir haben die Erzählungen über das Leben Jesu und die der jungen Gemeinde. Sie sind in der Bibel das gnädige Geschenk an uns, das wir lesen, über das wir nachdenken können – und vor allem, nach denen wir handeln können.
 
Handeln und Nachdenken über das Wort Gottes lassen sich nicht trennen. Und es geht, wenn wir am Wortlaut der Geschichte bleiben, auch nicht um ein unmögliches Handeln der Menschen in der Achtung auf die Gebote Gottes. Der namenlose Reiche wird rein gar nicht überfordert. Es geht nicht um eine völlige Änderung seines Lebens, nicht um die Abgabe des Reichtums. Aber, und vielleicht ist dies denn doch das Allerschwierigste, was verlangt wird, es geht um die Änderung der Blickrichtung. Der Reiche sollte erkennen, wer bei ihm vor der Türe liegt. Und ihm helfen. Nicht mit allem, was er hat. Es geht, bildlich gesprochen, nur um eine Teilabgabe seines Reichtums, damit der Arme nicht nur nicht verhungert, sondern Anteil am Leben bekommt. Lazarus, der in der Geschichte einen treffenden Namen hat, der „Gott hilft“ bedeutet, diesem reichen die Brocken, die von seinem Tisch fallen. Auch wenn es für unser Empfinden viel zu wenig ist, auch wenn es klingt wie die moralisierende politische Ansicht, dass es die vielen sehr Reichen geben muss, damit am Ende was für die Arbeiterschaft durchsickert, auch wenn wir wissen, dass es in unserem Land etwa ein Viertel der Menschen gibt, die in Armut leben, ohne staatliche Hilfen und Transferleistungen wäre es ein Drittel - im Bild gesprochen geht es für den Reichen nicht um eine Überforderung. Ein gnädiger Gott verlangt nichts Unmögliches. Auch von uns und unserem Staat und seiner Gesellschaft nicht.
 
Ich weiß, die Parabel vom reichen Mann und dem armen Lazarus hat viele verschiedene Auslegungsebenen. Und allzu gerne benützt man die drohende wie in der üblichen Kindererziehung, bei der in den Engführungen auf die Drohung keine Lösung mehr übrig bleibt. Wem geht es nicht so, dass er gerne ungeschehen machen würde, was er versäumt hat.
 
Und es scheint in dieser Erzählung so zu sein, dass kein Ausweg mehr bleibt. Die Hölle bleibt. Aber die Hölle, das sind nicht nur mit den Worten eines berühmten existentialistischen Philosophen die andern, die Hölle wäre, wenn wir nicht in der Weisung Gottes seine Lebensmöglichkeiten geschenkt hätten, die Möglichkeiten zur Umkehr, zu einem Neubeginn. Die Geschichte wendet sich an die quicklebendige Zuhörer, die neu beginnen können, die auf Vergebung hoffen, die selbst vergeben, die zu teilen versuchen. Das lässt aufatmen. Denn man weiß um die Hilfe und Unterstützung Gottes durch die Propheten und für uns Christen auch durch Jesus Christus.
 
Und wer aufatmet, dem wird nicht nur das Herz freier, der kann auch tief Luft holen. So tief, dass er ein Blasinstrument zum Lobe Gottes blasen kann und nicht aufhört, immer wieder neu zu üben.
 
Ein Neustart ist mit dem diesjährigen Bezirksposaunentag begonnen Und bei diesem Neustart sollten wir in der Übung bleiben. Wie überall braucht es Kondition. Man braucht einfach auch gewisse Muskeln, um einen guten Ansatz zu haben, man braucht eine Art geistiger Muskeln, um zu erkennen, wo unsere Welt sich gegen das heilsame Leben Gottes richtet. Nicht drohend, sondern frei, so wie gute Bläsermusik jeden befreit, erfreut. Und aus erlebter Freude heraus werden wir frei zu dieser Menschlichkeit, die uns den Blick über die Noten hinaus leiten lässt auf all die, denen Hilfe notwendig ist. Die Hilfe, hinter der ein Gott steht, der auch uns öfter auf die Sprünge helfen muss. Und sei es nur mit einer Geschichte, deren Vieldeutigkeit uns verwirrt, bis wir zu seiner Eindeutigkeit durchdringen. Und im Bewusstsein eines gnädigen Gottes tief aufatmen.
 
Amen
 
 
 
 

Bezirksposaunen können auch Swing

Pressebericht der Waiblinger Kreiszeitung vom 15. Juni 2009
 
Gestern großer Bläsertag mit rund 100 Musikern in der Michaelskirche und am Postplatz-Froum / Spiritueller Effekt
 
Das hat was, sich vor dem Postplatz-Panorama - die Michaelskirche geduckt hinter jeder Menge Beton - Choräle um die Ohren blasen zu lasen. So geschehen am gestrigen Bezirksposaunentag, als etwa 100 Bläser unter der Leitung des neuen Bezirksposaunenwarts Matthias Siegle an "unheiliger" Stätte so was wie Besinnung und Entschleunigung aufkommen ließen.
 
Ein kräftiges, swingendes, modernes Blasen lässt die Leute in den Cafés am Postplatz aufhorchen. Es kommt von etwa 100 Blechbläsern, die sich am Forum aufgestellt haben, teils in Jeans und T-Shirt, teils im Sonntagsstaat, jener Konzertbekleidung, die ein Teil der Bläserschaft, der Bezirkschor, zuvor bei Auftritten in der Michaelskirche getragen hatte.
 
Aber jetzt sind sie alle zusammengekommen, die Posaunenchor-Protagnoisten Waiblingens, und schauen auf ihren Dirigenten Matthias Siegle, der auf einer Straßenbank den Taktstock schwingt. Nach der eher modernen Eröffnung dann vor allem für Choräle.
 
Und das hat geradezu spirituellen Effekt auf die Laufkundschaft, die in der betonharten Einkaufsstraßen-Szenerie mal auf andere Botschaften stößt als das übliche "Kaufen Sie...". Die einen lehnen oben das Kinn auf ein Stahlgerüst und schauen runter, ebenso sinnend wie die anderen unten auf den Stufen des Postplatz-Forums.
 
Ein Platzkonzert, für manchen unerwartet, für viele Gelegenheit zum Innehalten. Die gab's am Sonntag schon vorher. Der Bezirksposaunentag der evangelischen Posaunenchöre hatte dort begonnen, wo sich die christlichen Blechbläser von Haus aus aufhalten: bei einem Gottesdienst mit Dekan Eberhard Gröner in der Michaelskirche.
 
Er setzte sich konzertant ebendort fort, freilich schon mit ein wenig säkulareren Tönen, hält doch unter Bezirksposaunenwart Matthias Siegle die Moderne Einzug ins Bläser-Repertoire. Und er endete just mit der oben beschriebenen Straßen-Szenerie, also endgültig in kirchenferner Umgebung.
 
Wobei manches, was einst als Unfromm galt, sich längst eines besseren Rufes erfreut. Zum Beispiel Jazz oder Popmusik. Die, wie der Posaunist Martin Kurz aus Hegnach festgestellt hat, unter Siegle an Gewicht gewinnen im Posaunisten-Repertoire. Worüber sich laut Kurz vor allem die vielen jungen Bläser freuen, die nicht nur Choräle, sondern gelegentlich auch mal was Fetzigeres spielen wollen.
 
Morgens, im Gottesdienst, hatten sie noch mit der Gemeinde "Nun danket alle Gott" angestimmt. Doch im "Kleinen Konzert" mittags wird's flotter. Da überwiegen Spiritual- oder Folkmelodien - unter anderem das herrliche, israelische "Zünde an dein Feuer", dessen Motiv auch in Smetanas "Moldau" Eingang fand - bei klarer Unterberücksichtigung der Barock-Epoche. Die fand freilich mit einem Bach-Choral als letzte Zugabe ebenso beeindruckend statt wie in einer sehr modernen Bearbeitung von "Ein feste Burg".
 
Einmal lässt Siegle auch die "Sonate zu fünf Stimmen" von Daniel Speer (1636 - 1707) anstimmen, der mal Kantor in Esslingen und auch Waiblingen war. "Vielleicht haben diese Mauern das Folgende schon gehört", sagt der Dirigent. Die Musik beginnt, bricht dann wegen fehlerhaften Zusammenspiels ab - ein "Neustart" wird nötig, wie ihn ja auch die Posaunenchöre hierzulande nötig hatten.
 
Wobei das mit dem Fehlerspielen ja nicht so ganz sicher ist, denn schon zuvor hatte Siegle seinen ziemlich jungen Bezirkschor bewusst schräg blasen lassen, nur um zu zeigen, wie's ohne ihn klänge, und um hinterherzuschicken: "Falsche Töne" könnten bei uns Absicht sein!"
 
Fakt ist, dass die Bläser sich unter dem Neuen Matthias Siegle verjüngt haben, ihr Repertoire erweiterten, an Spielkultur zulegten - und dass sie jetzt endlich wieder einen richtigen Waiblinger Bezirksposaunentag veranstalten konnten."
 
Michael Riediger
 
 
 

Natürlich können Posaunen Swing

Bezirksposaunenwart Matthias Siegle nimmt Stellung zum Pressebericht der Waiblinger Kreiszeitung vom 15. Juni 2009
 
Bezirksposaunen können auch Swing - aber selbstverständlich! In Gottesdiensten und Konzerten belegen sie das regelmäßig. Das Problem liegt woanders: Obwohl in Württemberg fester Bestandtteil der Musikkultur, werden Posaunenchöre gedanklich oft ins Kirchengebäude weggeräumt. Und zu viele tun nichts dagegen.
 
Am Sonntag drängten sich nun 140 Bläserinnen und Bläser regelrecht in die Öffentlichkeit und konnten so ihre Stimmen und damit auch manches Gemüt erheben: Der gemeinsame Klang hüstelte so gar nicht verstaubt und trocken vor sich her und das überraschte so manchen.
 
Auch wenn das Konzertrepertoire recht viel Pop- und Jazzelemente enthielt: Dezent widerspreche ich! Mein Steckenpferd ist nicht das Moderne. Als Barockfan werbe ich dafür, dass Musik aller Epochen so gespielt wird, wie es ihnen entspricht: Mitunter durchaus schmissig, gefühlvoll und mit Groove. Wenn im Artikel "Ein feste Burg" als "sehr moderne Bearbeitung" erwähnt wird, haben der Komponist Gerog Philipp Telemann und auch der Bezirkschor alles richtig gemacht. Dieses Stück stammt von ca. 1718!
 
Pop und Jazz gehören längst zur Posaunenliteratur. Ob modern oder alt. Gut musiziert werden muss beides. Musik muss bewegen. Innerlich sowieso. Und gut gemachte Musik geht von ihrem Inhalt aus: So darf ein Choral mit freudigem Text nicht müde daher"bemüht" werden - der Text muss fühlbar sein. Nichts geht über einen gut gespielten Choral! Und Noten werden zu Musik durch Bewegung: Laut, leise, bremsen, Tempo anziehen. Auf Papier sind sie schlafend und harmlos. Sie müssen mit Herz musiziert werden, denn dann (so Telemann) "hat der Musiker Lust und der Zuhörer Vergnügen dran!"
Modern würde man dann sagen: Das swingt!
 

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