Herzlich willkommen im Kirchenbezirk Waiblingen!

"Stell dir vor, es ist Ostern und keiner bemerkt's!"

Dekan Timmo Hertneck

In Österreich hat die Regierung den gesetzlichen Schutz des Karfreitages fallengelassen. Das Leiden und Sterben des Gottessohnes passt nicht in das „neue“ Österreich von Sebastian Kurz. Es wird in der Karwoche ja die gequälte Kreatur in den Blick genommen. Anhand der Leiden und des Sterbens des Gottessohnes kommen all die Menschen in den Blick, die Qualen erleiden: Kinder, die misshandelt werden; Alte, die vergessen sind; Menschen, die Katastrophen erleben.

Noch ist die Botschaft der Karwoche vielen im Bewusstsein: Gottes Sohn durchleidet Verrat, Folter und Erniedrigung. Er stirbt am Kreuz einen scheußlichen Tod. Durch sein Vorbild im Leiden und Sterben erhalten allen Geplagten und auch unsere Sterbenden ein Bild an die Hand: „Euer Schmerz trennt euch nicht von Gott.“ „Auch Euer Sterben trennt Euch nicht von Gott.“ „Gott geht mit dir deinen Weg.“ Das ist ein enormer Trost und die Wurzel der christlichen Hoffnung, von der die Kirche und auch christlich geprägte Kulturen leben.

Wird nun der Karfreitag abgeschafft, wird Ostern zu einem lauen Frühlingsfestchen. Ohne die dramatische Botschaft der Karwoche verliert Ostern seine Wucht. An Ostern feiern wir immerhin den Sieg über Sünde, Tod und Teufel. Wir feiern, dass Gott das Geheimnis des Lebens ist. Wir feiern, dass die Liebe siegt. Wir lernen immer mehr, nicht an den Tod zu glauben, sondern an das Leben. Gott hat das letzte Wort. Diese Botschaft gibt Ostern Pfiff und Dynamik. Diese Botschaft kann Menschen heilen und verändern.

Wer die Karwoche an den Rand schiebt, wird die Osterbotschaft verlieren. Denn Karwoche und Ostern lehren uns: Wie der Gekreuzigte getragen und auferweckt wurde, so soll es uns Menschen gehen. Menschen sind in ihren Leiden und in ihrem Sterben getragen. Gott ist stärker als alle negativen Mächte, die uns einschüchtern oder den Atem rauben.

Das ist Ostern. Das hat Pfiff.

 

 

Gedanken zu Karfreitag

Ich stehe im Krankenhaus am Bett einer Frau Anfang 50, die im Sterben liegt. „Warum?“- So fragt ihr Ehemann, der sie treu umsorgt und pflegt. „Warum sie? Warum? Wo ist da Gott?“ So fragt er – und so fragt auch sie wenig später. Fragen, die sich aufdrängen. Fragen, die quälen. Die schmerzen. Aus...

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Sonntagsgedanken zum 14. April 2019

Mit diesem Satz antworten die Bibel und das Glaubensbekenntnis auf die Frage, wie man sich Jesus Christus vorstellen soll. Jetzt in der vorösterlichen Zeit wird diese Frage besonders spannend. Wer stirbt denn an Karfreitag an einem römischen Kreuz? Ein Mensch, ein begabter Prediger und Arzt, der...

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Sonntagsgedanken zum 7. April 2019

Dreizehn Jugendliche, auch aus anderen Kirchengemeinden und Konfessionen, bereiten sich im "Traineekurs“ für ihre Aufgaben als Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Jugendarbeit vor. Alle 14 Tage treffen sie sich und beschäftigen sich mit Themen der Theologie, der Programmplanung, mit Grundlagen...

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  • Meldungen aus der Landeskirche

  • 22.04.19 | Christus kommt uns entgegen

    Viele Menschen meinen, es kann nur bergab gehen mit unserer Welt. Und nach dem Tod erst recht. Da kommt nur ein schwarzes Loch. Rundfunkpfarrerin Lucie Panzer ist dagegen überzeugt: Christus kommt uns entgegen – im Leben und im Tod.

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  • 21.04.19 | „Wir beten für die Toten und Verletzten“

    Landesbischof July hat sich bestürzt über die Serie von Angriffen auf Kirchen und Hotels in Sri Lanka mit mehr als 200 Toten geäußert: „Die Anschläge zeigen dramatisch wie nötig die Osterbotschaft für die Welt ist"

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  • 21.04.19 | Das Osterlicht leuchten lassen

    Am Ostersonntag Landesbischof July predigte in diesem Jahr in zwei württembergischen Kirchen gemeinden: in Schopfloch und in Unteriflingen. Er sagte: „Österliche Menschen können in Barmherzigkeit, Frieden und Nächstenliebe, in gesellschaftlichem Engagement etwas vom Osterlicht aufleuchten lassen."

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