Gedanken zu Weihnachten 2019

Wir schauen auf ein Kind

Für viele Menschen in unserer Stadt geht Weihnachten heute zu Ende. Ihre Weihnachtszeit war geprägt von Geschenke besorgen, von Weihnachtsmännern und Weihnachtsmärkten.

Bei dem Weihnachten, das erst  heute beginnt gibt es keinen Weihnachtsmann und keine pompösen Baum. Es ist nur ein Kind, das neu geboren wird. Der Blick auf dieses Kind richtet unsere Gedanken auf das Kind, das wir selbst einmal waren. Jedes Kind wird geboren, mit dem selben Programm hilfsbedürftiger Offenheit und mutiger Zuwendung. Nach und nach werden wir angepasst, lernen wir Masken zu tragen, uns zu wehren und manchmal nehmen uns Gier oder Bequemlichkeit in Besitz.

In diesem Kind aber sehen wir unser Urprogramm, wie ein Grundgesetz der Schöpfung. Wenn diese Töne in unseren Herzen anklingen, spüren wir eine Sehnsucht nach dieser Heimat und spüren die Fremdheit in dieser Welt voller „fake news“ und Gier, voller Bequemlichkeit und Selbstvergötterung.

Aber die Weihnachtsgeschichte birgt noch eine weitere Botschaft. Eine Geburt verändert alles. Diese Veränderung ist manchmal eine bedrohliche Not. Und doch erwächst eine hoffnungsvolle Freude aus ihr. In uns kommt eine neue Kraft auf. Alles wird neu, nichts bleibt wie es ist. In unserem Herzen wächst das Vertrauen: „Wir schaffen das!“

Lassen Sie sich heute verzaubern von diesem Blick auf dieses Kind. Es wird geboren, es kommt nicht zu Besuch, es bleibt und verändert alles.

Pfarrer Gerald Warmuth, Katholischen Seelsorgeeinheit Winnenden-Schwaikheim-Leutenbach