Sonntagsgedanken zum 14. Juli 2019

Auf Gott vertrauen!


Vor einiger Zeit habe ich – durch Zufall – einen interessanten und schönen Film entdeckt: „Auf dem Weg zur Schule“, so der Titel. Er berichtet vom Schulweg vierer Kinder. Auf der ganzen Welt verteilt. Im Atlasgebirge in Marokko 22 km durch eine raue Berglandschaft. In Indien am Golf von Bengalen, mit dem Rollstuhl und der Unterstützung der zwei jüngeren Brüder 4 km. In Argentinien18 km mit dem Pferd durch Hochland und in Kenia 15 km zu Fuß mit der kleinen Schwester im Schlepptau. Immer auf der Hut vor Elefantenherden.

Die Kinder sind 11, 12 Jahre alt. Eindrücklich. Neben den schönen Landschaftsaufnahmen hat mir besonders imponiert, dass sich die Kinder voller Freude und Dankbarkeit auf den Schulweg machen. Die Mühe und die Gefahren des Weges halten sie nicht ab. Sie sind wissbegierig und wissen, dass sich mit einer guten Schulbildung ihre Chancen auf ein bequemeres Leben verbessern. Sie haben echte Zukunftsträume.

Die Eltern wissen um die Mühen und Gefahren des Schulweges. Sie sitzen mit den Kindern zusammen, weißen sie auf die Gefahren hin, ermutigen sie gut zu lernen. Vor allem aber beten die Eltern mit den Kindern. Sie sprechen ihnen auch einen Segen für den Weg zur Schule zu. Allen ist klar, trotz aller Vorsicht, trotz aller Achtsamkeit kann etwas passieren. Das menschliche Tun ist fehlbar. Und es gibt reelle Gefahren. Darum braucht es Gottes Schutz und Begleitung. Die Eltern tun ihr Möglichstes. Wissend, dass es nur begrenzt hilft. Und darum bitten sie um Gottes Hilfe.

Ich finde das toll. Die eigenen Grenzen erkennen. Wissen, dass man nicht allmächtig ist. Wissen, dass es Grenzen gibt. Wissen wir das auch?

Wie ist das bei uns? Wann beten wir mit unseren Kindern? Wann segnen wir sie? Oder brauchen wir das überhaupt? Wir leben hier doch sicher. Wie ist das mit uns Erwachsenen? Vertrauen wir auf Gott? Oder brauchen wir Gottes Begleitung im Leben noch viel weniger als die Kinder?

Die Familien im Film haben mir aufs Neue gezeigt, wie wertvoll ein gesundes Gottvertrauen ist. Nicht naiv im Sinne Gott macht alles gut. Sondern wissend um die eigene Verantwortung und um die eigenen Grenzen. Da fängt das Gottvertrauen an.

Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende. Und vielleicht haben Sie ja Zeit, sich den Film anzuschauen.


Diakon Selmar Ehmann, Paulinenpflege Winnenden